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Sauerstoff - Therapien , Schutz vor Nebenwirkungen und
erhöhte Abwehrkraft
Viele Krebspatienten und Therapeuten berichten über gute Erfahrungen
mit einer zusätzlichen Sauerstoff-Therapie. In der Regel wird sie
unterstützend zu anderen Immuntherapien angewandt. Sie soll die
Wirksamkeit von Mistel- oder Organpräparaten erhöhen, Nebenwirkungen
einer Chemo- oder Strahlentherapie mindern und die Abwehrkräfte und das
Wohlbefinden erhöhen. Durch lange Bettlägerigkeit, Behinderungen,
Bewegungsmangel, Stress und andere Begleitumstände der Krankheit kommt es
oft zu einem Mangel an Sauerstoff in den Geweben. Die Zellen aber brauchen
Sauerstoff als Energie für alle Stoffwechselfunktionen. Gehirnzellen
sterben schon nach wenigen Minuten ab, wenn es daran fehlt. Ein Mangel an
Sauerstoff mindert nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern schwächt
auch die Widerstands- und Abwehrkräfte.
Sauerstoff bremst Krebszellen
Sauerstofftherapien können einen direkten Einfluss auf das
Krebsgeschehen ausüben. Aus einer Reihe von Untersuchungen geht hervor,
dass Krebszellen in sauerstoffarmen und schlecht durchbluteten Geweben
besonders gute Wachstumsbedingungen vorfinden. Sie können sogar, im
Gegensatz zu gesunden Zellen, ohne Sauerstoff auskommen und auf einen
,,anaeroben", das heißt einen von Sauerstoff unabhängigen
Stoffwechsels, umschalten. Ganz allgemein scheinen sie in schlecht
durchbluteten und sauerstoffarmen Geweben besser gedeihen zu können. Es
gibt sogar Hinweise, dass Tumorzellen von sich aus die gesunden
Nachbarzellen durch Übersäuerung in ein Sauerstoffdefizit bringen, um
sich selbst bessere Lebensbedingungen zu schaffen. In sauren Geweben mit
Sauerstoffmangel können die Abwehrzellen nur beschränkt wirksam werden.
Sauerstoff und Ernährung sind Möglichkeiten, diesen Schutzwall
aufzubrechen, den Krebszellen um sich herum errichten. Bei der täglichen
Kost sollten entsäuernde, basische Lebensmittel bevorzugt gegessen
werden, also viel Obst und Gemüse und nur wenig säurebildende
Lebensmittel wie tierisches Eiweiß (Fleisch) und Süßwaren. Entsäuernd
wirkt auch alles, was mehr Sauerstoff in die Gewebe bringt. Empfehlenswert
sind daher ausgedehnte Spaziergänge, Atemgymnastik oder sportliche und
gymnastische Übungen.
Schutz vor Bestrahlungsfolgen
Schlecht durchblutete Gewebe sind anfälliger gegen Schädigungen, wie
sie bei einer Chemo- oder Strahlentherapie auftreten. Besonders hilfreich
scheint die Sauerstofftherapie als Begleitmaßnahme während einer
Strahlenbehandlung zu sein. Darüber liegen zahlreiche Erfahrungen, aber
auch klinische Ergebnisse vor. So werden in einigen radiologischen
Kliniken die Patienten in einer Überdruckkammer bestrahlt. Durch den
Überdruck kommt es zu einer erheblichen Steigerung der
Sauerstoffaufnahme. Aus einer Studie der Universitätsklinik Düsseldorf
geht hervor, dass die gleichzeitige Anwendung von Bestrahlung und
Sauerstoffbeatmung die therapeutischen Ergebnisse verbessert und die
Nebenwirkungen reduziert. Die Zufuhr von Sauerstoff erhöht im Tumorgewebe
die Wirksamkeit der Strahlen, im gesunden Gewebe dagegen treten weniger
Beschwerden auf. Hier fördert Sauerstoff die Reparatur von
Strahlenschäden. Quälende Entzündungen an den Schleimhäuten sind
weniger heftig, chronische Langzeitschäden seltener.
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