Lagerungsmanöver

Weltweit stehen sich zwei ähnliche Befreiungsmanöver gegenüber, das Befreiungsmanöver nach Semont und das Befreiungsmanöver nach Epley , die aber im Vergleich keine eindeutigen Unterschiede in ihren Erfolgen aufweisen. Das von mir bevorzugte Semontsche Befreiungsmanöver ist weniger schonend als das Epley- Befreiungsmanöver, dafür aber einfacher und schneller durchführbar. Man kann bereits die Ausgangssituation der Untersuchung, nämlich den von der befallenen Seite weggedrehten Kopf und die Seitlagerung, als ersten Schritt des Befreiungsmanövers nutzen . Ist also der betroffenen Bogengang identifiziert, dann soll der Patient in dieser Seitlage etwa 5 Minuten liegen bleiben. In diesem Zeitraum ist damit zu rechnen, dass die gelockerten Ohrsteinchen, der Schwerkraft entsprechend, den tiefsten Punkt im betroffenen Bogengang erreichen. Dann werden Kopf und Oberkörper zusammen auf die andere Seite geschleudert (,,der große Wurf‘). Dabei muss beachtet werden, dass der Kopf unbedingt seine Position beibehält, der betroffene Bogengang also weiterhin in der Drehebene liegt. Viele Patienten neigen dazu, den Kopf unwillkürlich nach oben zu drehen. Wird dieser Schritt der Behandlung richtig durchgeführt, zeigt die Nasenspitze nach der Umlagerung nach unten . Nach weiteren 5 Minuten wird dann der Patient langsam aufgerichtet. Hier kommt es meist noch einmal zu einem leichten Schwindelgefühl. Die Erfolgsrate dieser Behandlung liegt bei fast 100%. Bei 70 % aller Patienten ist der Schwindel schon nach der ersten Sitzung verschwunden. Bei den restlichen Patienten muss das Otolithenbefreiungsmanöver wiederholt werden.

In 5 % aller Fälle kann es zu Rezidiven des Schwindels kommen. Da es nicht gelingt, die freien Otolithen in den Bogengängen selektiv mit Medikamenten anzugreifen und zu zerstören, man würde auch die gesunden Otolithen schädigen, ist mit Rezidiven zu rechnen. Sie sind sehr selten, etwa um 5%, lassen sich aber gleichfalls wieder erfolgreich behandeln. Zu beachten ist, dass es sehr selten bei den Befreiungsmanövern zu einer Wanderung der Otolithen von einem Bogengang in den anderen kommt. Berichtet sind Fälle, in denen eine ursprüngliche Canalolithiasis in einem der hinteren vertikalen Bogengängen sich in eine Canalolithiasis des horizontalen Bogenganges umgewandelt hat. Zur Vorbeugung lassen sich Lagerungsübungen nach Brandt und Daroff empfehlen . Diese Ubungen sind nicht so spezifisch für einen bestimmten Bogengang, sie dienen vielmehr dazu, eine Ansammlung von Otolithen in einem Bogengang zu verhindern. Der aufrecht mit geradem Kopf sitzende Patient soll sich für 30 sec. in eine Seitenlage begeben, sich wieder in die sitzende Position aufrichten, dann eine Seitenlage zur Gegenseite vornehmen . Nach mehrmaliger Wiederholung wird auf diese Weise dafür gesorgt, dass noch vorhandene Otolithen und Otolithenteile sich nicht in einem der Bogengänge zusammenballen können. Mit dieser Behandlung lassen sich Rezidive weitgehend vermeiden.

Da diese Behandlung nicht in dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten ist, und auch in absehbarer Zukunft nicht in diesen Katalog aufgenommen werden wird, muss die Therapie dieser Art von Schwindel als sogenannte „individuelle Gesundheitsleistung abgerechnet werden. Dies geschieht nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) Die Kosten für diese Behandlung belaufen sich auf ca.25,56 €. Sie erhalten von mir eine detaillierte Rechnung,

© HNO-Praxis Dr. Bandau 2012