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Eines unserer feinsten Sinnesorgane ist das
Gehör. Schon im Mutterleib beginnen wir als Ungeborene zu hören. Das Ohr
arbeitet Tag und Nacht. Eigenartiger Weise schätzen wir die Leistung
unserer Ohren geringer ein, als zum Beispiel die Augen.
Wir können unsere Augen zu kneifen und so eine Vorstellung von Blindheit
erlangen, aber so fest wir uns auch die Ohren zustopfen, wir hören immer
noch unseren eigenen Herzschlag. Dem Erblindeten gilt unser Mitleid, wir können seine
Behinderung erkennen, sein Erscheinen löst eine Welle von
Hilfsbereitschaft aus. Der Gehörlose, dagegen kann von seiner Umgebung
nicht so leicht als behindert erkannt werden, er reagiert nicht auf unsere
Versuche mit ihm über die Sprache Kontakt aufzunehmen, er kann unseren
Anweisungen nicht folgen, schlicht gesagt, er wird von seiner Umgebung
für geistig minder bemittelt, also doof gehalten.
Das Hören ist für uns alle so selbstverständlich,
dass wir die anderen Sinne wie das Sehen das Riechen Schmecken und Fühlen
für wichtiger halten. So gehen wir dann auch in unserer Jugend mit den
Ohren um. Der Walkman im Ohr, die Disco, aber auch die Stereo Anlage im
ersten eigenen Auto können gar nicht laut genug sein.
Wenn dann zusätzlich am Arbeitsplatz noch ein erhöhter
Lärmpegel herrscht, lassen sich die ersten Schädigungen des Gehörs
recht bald nachweisen. Es entsteht ganz langsam, aber unwiderruflich eine
Schwerhörigkeit, die meistens in den oberen Frequenzen beginnt. Dieses
Absinken der Hörleistung in den hohen Tönen wird im Anfangsstadium noch
nicht bemerkt und kann erst bei einer Hörprüfung beim Hals- Nasen-
Ohren- Arzt festgestellt werden. Sollte es bereits zu einer Schädigung
des Innenohrs gekommen sein, so ist diese nach ein paar Tagen nicht mehr
ungeschehen zu machen. Man kann nur in Zukunft verhindern, dass sich die
beginnende Schwerhörigkeit verschlimmert. Ab einem gewissen Grad
der Schwerhörigkeit droht dann das Hörgerät.
Zur Zeit wird in
Illustrierten viel Werbung über eine eine Hörpille
gemacht, die diesen Prozess umkehren soll. Dieses sehr teure Medikament
ist in jüngster Zeit in einer Studie der Universität Hamburg getestet
worden und erstaunlicher Weise als wirksam bezeichnet worden.
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