Kaum erscheint zum Ende des Winters die Sonne wieder, werden die Tage länger, erfreut man sich an den ersten zarten Knospen, die aus dem Boden sprießen oder durch die noch kalte Erde brechen, da beginnt bei einem großen Teil der Bevölkerung das Elend der Allergien, der so genannte Heuschnupfen meldet sich pünktlich zurück Die Pollen der Haselnuss quälen uns bereits ab Ende Februar.
                                                                                                                 Hasel

Was ist eine Allergie ?

Eine Allergie ist eine Störung in  unserem Immunsystem. Normalerweise lernt der Körper, sich gegen Eindringlinge von außen (Bakterien, Viren) zu schützen, indem er diese erkennt, und gezielt mit Antikörpern bekämpft. Spezielle Antikörper gegen bestimmte Eindringlinge werden entweder beim Erstkontakt neu gebildet, oder aber sie liegen in Form von "Gedächtniszellen" im Blut vor (gebildet nach einen vorherigen Kontakt, aber auch durch Impfung). Über die Antikörper wird bestimmt, wie der Körper auf Eindringlinge reagieren soll, und dieser Mechanismus bedarf einer Steuerung. Bei Nicht-Allergikern befindet sich diese Steuerung im Gleichgewicht. So werden in Reaktion auf z.B. einen Virus ganz bestimmte Antikörper in ganz bestimmter Konzentration mobilisiert, um diesen unschädlich zu machen. Bei Allergikern ist dieses Gleichgewicht aber gestört; der Körper reagiert auf Eindringlinge mit einer viel zu starken Antwort des Immunsystems. Der sich eigentlich unbemerkt im Körper abspielende Kampf gegen Eindringlinge erzeugt plötzlich die Symptome einer Erkrankung - man hat eine Allergie.

Voraussetzungen und Symptome

Voraussetzungen für die Entwicklung einer Allergie sind bereits genetisch bedingt, weswegen Kinder von Allergikern ein größeres Risiko an der Ausbildung einer Allergie aufweisen. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Kinder auf die gleichen Stoffe wie die Eltern allergisch reagieren müssen. Allergene Stoffe gibt es in großem Ausmaß, und durch Umweltbelastungen werden es immer mehr. Man kann daher allergiefördernde Stoffe nicht einfach aufzählen. Zusätzlich ist eine Allergie ja sehr individuell, d.h. nicht alle Patienten entwickeln eine Allergie gegen z.B. Mehlstaub oder Tabakrauch. Eine Allergie erkennt man  selbst, etwa durch Hautausschläge, Nasen- oder Augenjucken, Nies- und Hustenreiz oder auch Bauchkrämpfe und Durchfall. Prinzipiell ist jedem anzuraten, bei Auftreten derartiger Symptome über eine vermeintliche allergische Reaktion nachzudenken und einen Arzt zu konsultieren. 

 Auch bei Allergien gilt die Regel: Desto früher erkannt, desto größer die Heilungschancen. Der HNO-Arzt wird vor allem bei Symptomen der Nase konsultiert, da dieses Organ oftmals als erstes durch Juck- und Niesreiz sowie Anschwellen der Schleimhäute auf Allergene reagiert. Unbehandelt bleiben die Reaktionen nicht auf die Nase beschränkt, sondern steigen oft zu den unteren Atemwegen ab. Symptome der Nase sind wegen einer möglicherweise entstehenden Verlegung der Nasennebenhöhlen durch die geschwollenen Schleimhäute unbedingt ernst zu nehmen. Durch verschlossene Nebenhöhlen kann es zu einer schmerzhaften Nebenhöhlenentzündung mit allen Begleiterscheinungen kommen.

Für den Arzt ist es wichtig zu erfahren, ob das Auftreten der Symptome in einen Zusammenhang mit bestimmten Nahrungsmitteln, Tätigkeiten oder Orten zu bringen sind. Allergische Reaktionen brauchen immer bestimmte Bedingungen als Auslöser. Dies können Stoffe in manchen Nahrungsmitteln sein, aber auch z.B. eine besondere Zusammensetzung der Luft. Der Arzt wird in einem Gespräch mit Ihnen die Auslöser Ihrer Allergie herausfinden. Insbesondere ist es wichtig zu erfahren, ob neben der als Allergie bemerkten Reaktion weitere Allergien bestehen, die vielleicht weniger auffallend sind. In diesem Gespräch wird dann die Entscheidung fallen, welche Allergie-Testmethode durchgeführt werden soll. Neben den allgemein üblichen Hauttests, bei denen ein Tröpfchen mit dem Allergen zum Beispiel auf den Unterarm aufgetragen wird und anschließend die Haut mit einer Nadel ganz fein eingeritzt wird, führt der HNO-Arzt auch eine sogenannte nasale Provokation durch. Hierbei wird ein Allergen in Form eines Nasensprays in die Nase gesprüht und vorher und nachher gemessen, wie viel Luft pro Atemzug durch die Nase passen. Häufig findet der HNO Arzt eine allergische Reaktion auf der Haut des Unterarms, die dann aber in der Schleimhaut der Nase nicht stattfindet. So kann der HNO Arzt entscheiden, ob gegen jede allergische Reaktion Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen.

Auffallend in den letzten Jahren ist eine Häufung von Katzenhaarallergien. In Deutschland leben 5,6 Mio.  Katzen. Interessant ist hierbei die Tatsache, dass 57% der Katzenallergiker nie eine Katze besessen haben. Skandinavische Studien belegen, dass Katzenallergene auch dort gefunden werden, wo es keine Katzen gibt.  Die Katzenallergene sind derart klein, dass sie sich mit der Luft auch in Nachbarwohnungen verbreiten können und mit der Kleidung verbreitet werden können. In einer Studie der renommierten Arzt Zeitschrift Lancet wird sogar berichtet, dass selbst in der Antarktis eine hohe Katzenallergenkonzentration gemessen werden konnte. Eine Vermeidung von Katzenallergenen ist für den geplagten Allergiker kaum möglich. Selbst Katzenbesitzer sind nur in 20% aller Fälle bereit, sich von ihrem geliebten Tier zu trennen. Als einzig denkbare Therapie muss hier die Hyposensibilisierung erfolgen. Nach dreijähriger Behandlung konnte- wie in Dänemark und Schweden nachgewiesen wurde- die Allergenempfindlichkeit bereits bedeutend reduziert werden.

Therapie

Die beste und einfachste Therapie ist die Vermeidung des Allergens, wodurch oft bereits eine Beschwerdefreiheit erreicht werden kann. Leider ist diese Form der Therapie nicht bei jeder Allergie und nicht immer problemlos anwendbar. Man denke nur an die vielen berufsbedingten Allergien !- Vermeidung kann natürlich auch in der Entfernung oder im Ersatz der Allergene durch Nicht- Allergene bestehen. Zusätzlich gibt es die medikamentöse Behandlung, mit der die Symptome gelindert werden können (z.B. Nasensprays zur Abschwellung der Schleimhaut), oder antiallergisch wirksame Medikamente. Zur örtlichen Behandlung werden Antihistaminika eingesetzt, die die entzündliche Wirkung der freiwerdenden Vermittlersubstanzen der allergischen Reaktion verhindern.

Sehr erfolgreich wird - speziell gegen z.B. Heuschnupfen - als natürliche Form der Therapie auch die "Hyposensibilisierung" angewendet. Ziel dieser Immun- oder Impftherapie ist die Steigerung der Toleranz des Körpers gegen das Allergen. Dabei wird eine sehr kleine Menge des gereinigten Allergens unter die Haut injiziert, und die Dosis dann langsam in einem vielleicht monatlichen Turnus gesteigert. Mit dieser Therapieform konnten sehr gute Langzeiterfolge in Sachen Beschwerdefreiheit erzielt werden. Diese Form der Therapie ist sehr langwierig, da die geimpfte Dosis des Allergens in wirklich nur sehr kleinen Schritten erhöht werden darf. Von 100 Patienten, die die über die Dauer von drei Jahren die Behandlung konsequent durchgeführt haben, wurden immerhin knapp 90 beschwerdefrei. Ihr HNO Arzt kann erst nach erfolgtem Test entscheiden, welche Therapie für Sie angebracht ist.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.daab.de